Kurztrip nach Haarlem – Amsterdam

Haarlem ist eine wunderschöne Stadt mit Flair & guter Ausgangslage für Besuche in Amsterdam & Zandvoort

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Niederlande – Haarlem – Juli 2017

Niederlande – Haarlem & Amsterdam – Juli 2017

Reisedauer: 3 Tage (2 Nächte)

Gesamtbudget: ca. 350€ p.P.

  • Unterkunft: 320€ in Haarlem für drei Personen in Summe
  • Anreise: 60€ Spritkosten mit dem Auto
  • Aktivitäten:  35€ p.P. für eine Kanaltour & Heineken Experience
  • Essen / Trinken: ca. 160€ p.P.
  • Bahn Haarlem-Amsterdam: 28€ p.P. Hin & zurück

Meine Reise nach Haarlem begann anders als erwartet. Aus mir unbekannten Gründen hatte ich mir für diesen Kurztrip das falsche Wochenende notiert (manche sagen mir doch tatsächlich nach, ich sei manchmal etwas „verpeilt“). Herausgefunden habe ich dies jedoch erst Dienstagabend vor der Abreise bei einem Abendessen mit meinen beiden Reisegefährtinnen. Das forderte dann kurzweilig mein Organisationstalent,

denn der dringend benötigte Urlaubstag war selbstverständlich nicht für den richtigen Freitag eingereicht. Doch nach einigen Telefonaten, verfassten Emails und Bestätigungen, dass es sich umbuchen lässt, machten sich drei Mädels in einem Opel Corsa (welcher nicht meiner ist) auf die Reise.

Haarlem:

„eine wunderschöne Stadt mit Flair & guter Ausgangslage für Besuche in Amsterdam & Zandvoort“

Gegen Mittag erreichten wir Haarlem. Wir fuhren zunächst unser Appartement an, welches wir vorher über AirBnB gebucht hatten. Dies lag auf der „Erste Emmastraat“ in der Nähe der berühmten Kathedrale Basiliek Sint Bavo. Wer schon einmal in Russland war, fühlt sich bei diesem Anblick im falschen Lande. Von dort ließ sich innerhalb von ca. 5 Minuten die Innenstadt erreichen, 15 Minuten benötigte man zum Marktplatz und ungefähr 25 Minuten zum Bahnhof.

Wer gut zu Fuß ist, kann nahezu überall in Haarlem eine Unterkunft buchen, denn trotz der knapp 160.000 Einwohner, liegen alle Attraktionen zentralisiert und umrandet von einem großen Kanalsystem, welches gut mit kleineren Booten befahrbar ist. Hier kann man sich entscheiden zwischen einer geführten Kanaltour mit „Haarlem Canal Tours“ oder „Smidtje Canal Cruises“ (ca. 17€ p.P.) oder einem gemieteten Boot, was man dann selber durch das Kanalsystem schippern darf.

Wir entschieden uns auf Grund der vorgerückten Stunde für die geführte Tour mit „Smidtje„. Diese dauerte 50 Minuten und gab uns einen guten Überblick über die Stadt. Man muss wissen, dass es keine Getränke auf diesen Booten zu kaufen gibt. Bei schönem und warmen Wetter empfiehlt es sich was zu trinken einpacken. Insbesondere bei einem kühlen Bier lässt sich die Fahrt gleich noch besser genießen. In jedem Fall würde ich eine Kanaltour in Haarlem einer in Amsterdam vorziehen.

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Niederlande – Haarlem – Juli 2017

Nach der Kanalfahrt ging es für uns zu Fuß weiter zur Molen de Adriaan. Auf dem Foto könnt ihr bereits erraten, dass es hierbei um eine Mühle handelt. Sehr hübsch am Wasser gelegen, befindet sich davor ein Restaurant Zuidam (Scheepmakersdijk 2A), in welchem wir uns niederließen und dem Treiben auf dem Kanal bei eisgekühltem Grolsch zuschauten. Die Preise für Getränke waren angemessen. Gegessen haben wir hier jedoch nicht, auch wenn das Essen ausgesprochen gut aussah. Mit dem Sonnenuntergang verließen wir das Restaurant und spazierten noch ein gutes Stück durch Haarlem.

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Niederlande – Haarlem Molen de Adriaan – Juli 2017

Die Innenstadt und Einkaufsstraßen (Grote Houtstraat & Gierstraat) sind sehr schön und haben einen eigenen Charme. Fast bin ich geneigt Haarlem als „schöner“ als Amsterdam zu beschreiben, doch ist ein Vergleich nicht unbedingt ratsam. Haarlem ist kleiner und hat demzufolge einen ganz anderen Charakter und ein anderes Flair als Amsterdam. Auf der Gierstraat Ecke Doelstraat liegt eine hübsche Weinbar namens Café ‚t Kantoor, welches zu jeder Stunde gut besucht scheint.

Zum Abendessen gingen wir in ein Restaurant mit Namen Centopercento am Grote Markt. Ein kleiner Italiener mit ausgezeichneter Pizza (Kostenpunkt ca. 10-17€/Pizza). Vom Grote Markt fällt man förmlich von einer Kneipe in die nächste, denn rund um den Grote Markt befinden sich unzählbar viele Bars, Pubs, Kneipen und Restaurants. Eine Vorauswahl zu treffen ist schwierig. Am besten einmal um die St. Bavo-Kathedrale herumlaufen und dann einfach bei einer hübsch ausstehenden Bar beginnen, welche einem besonders anspricht. Viel los ist dort überall. Das hat zur Folge, dass man sich dort eher wie auf den Straßen von Lissabon fühlt, als in einer holländischen Stadt mittlerer Größe.

Zum Frühstück am nächsten Morgen gingen wir ins Café Native (Breestraat 23), in dem man nahezu für jede Tageszeit etwas zu Essen erhält. Der Karottenkuchen war nicht nur ein Augenschmaus. Auch die anderen Kuchen sind alle selbstgemacht und verlocken selbst den härtesten zu einem kleinen Stück. Dazu ein guter Kaffee und man vermag gerne Stunden im oder vor dem Café zu sitzen. Ausreichend Zeit hatten wir dafür leider nicht, denn wir mussten noch zum Bahnhof.

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Niederlande – Haarlem Bahnhof – Juli 2017

Amsterdam:

Vom Bahnhof ging es am frühen Morgen nach Amsterdam. Die Züge fahren in frequentierten Abständen (alle 10-20 Minuten, je nach Tageszeit) von Haarlem nach Amsterdam Centraal. Die Kosten belaufen sich auf ca. 14€ p.P. pro Fahrt. Dies wiederum lohnt sich, wenn man bedenkt, dass die Bahn zum einen lediglich 15-20 Minuten benötigt und zum anderen die Parkgebühren in Amsterdam dagegen rechnet. Diese können leider immense Ausmaße annehmen (>5€/Std).

Dabei hat Amsterdam sehr viel zu bieten und ein kurzer Ausflug lohnt sich kaum, da man diese Stadt unbedingt zu Fuß erleben muss, um ihren Flair zu spüren. Natürlich fahren die meisten Amsterdamer mit dem Rad, doch war dies nichts für uns. Wir hätten vermutlich nur Verwirrung gestiftet und dadurch Unfälle und Chaos verursacht. Von daher entschieden wir Amsterdam ohne Ausnahmezustand zurückzulassen und lediglich hier und da beinahe von einem Fahrrad überfahren zu werden.

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Niederlande – Amsterdam – Juli 2017

In Amsterdam entscheiden wir uns zunächst für einen wunderschönen langen Spaziergang und einem ausgiebigen Frühstück. Das süße Café hieß Café P96 (Pinsengracht 96) und ist sehr empfehlenswert. Leckere Sandwiches, Kuchen und sehr guter Kaffee. Bei schönem Wetter kann man auf der anderen Straßenseite auf einem Boot Platz nehmen. Aber auch von innen ist das Café sehr hübsch. Der einzige Nachteil ist die Selbstbedienung, denn man muss den Kaffee über die Straße an den Fahrradfahrern vorbei jonglieren (Mir ist dies leider nicht geglückt und ich hatte ein kleines Kaffee-Malheur, sodass leider der Großteil meines Latte Macchiato eine Pfütze auf dem Boden bildete und nur ein sehr kleiner Rest in meinem Glas verblieb).

Möchte man dieses „Risiko“ nicht auf sich nehmen empfiehlt sich in unmittelbarer Nähe das süße Café ‚t Smalle (Egelantiersgracht 12) oder in einer anderen Ecke der Stadt das Café de Sneeker Pan (Kerkstraat 48).

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Niederlande – Amsterdam Café P96 – Juli 2017

Von dort wanderten wir gestärkt weiter über durch Grachtengordel in Richtung Rijksmuseum Park. Wer mag kann einen Abstecher auf die Leidestraat einlegen und dort ein wenig shoppen. Eine Museumstour war nicht in unserem Sinne, also gingen wir lediglich durch die wunderschöne Unterführung des Rijksmuseum zum Park und „iamsterdam“ Schriftzug. Wer mag kann dort eine kleine Fotosession vor dem Schriftzug abhalten, denn die Kulisse ist für Fotographen gut geeignet, doch sollte man sich hier besser die sehr frühen Morgenstunden für aussuchen. Nachmittags ist der gesamte Platz voller Menschen und möchte man nicht mit Hunderten anderer Personen auf einem Foto zu sehen sein, wird das ein unmögliches Unterfangen.

Wir verweilten im Park ein wenig und genossen den Trubel. Von hier sind es nur noch rund 10 Minuten zur Heineken Experience, für welche wir vorher Tickets gebucht hatten. Dies ist eine sehr ratsame Empfehlung für alle diejenigen, die nicht mehr als 1 Stunde auf der Straße in einer langen Schlange stehen möchten. Online kann man diese sehr unkompliziert buchen und jederzeit einlösen (Datum und Uhrzeit verpflichten nicht auch zu dieser dort zu sein, was in unserem Fall unser Glück war, denn ich hatte es ja für den darauffolgenden Samstag gebucht).

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Niederlande – Amsterdam Heineken Experience – Juli 2017

Über den Inhalt der Heineken Experience möchte ich nicht zu viel verraten, denn es macht am meisten Spaß, dies auf eigene Faust zu entdecken. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich ein Eintritt lohnt, auch wenn die Kosten bei ca. 18€ p.P. liegen, denn es gibt unter anderem Freigetränke und einiges zu erleben. Wer kein großer Heineken (oder Bier Fan) ist, kann natürlich auch alkoholfreie Getränke wählen, doch wir entschieden uns für das wirklich leckere Heineken. Wenn man mich nun fragt, wie viel Zeit ich hierfür einplanen würde, dann fällt meine Antwort sehr vage aus. Wer nur einen schnellen Blick riskieren möchte und sich nicht sonderlich von der interaktiven Dingen begeistern lässt, der sollte grob 45 Minuten einplanen. Wenn man sich jedoch etwas Zeit lassen möchte, um alles zu erkunden und verschiedenes auszuprobieren, dann kann man gut und gerne 4-5 Stunden hier zubringen. Wir sind gegen 15:30 Uhr gestartet und waren gegen 19:00 Uhr „fertig“. Dazu muss man sagen, dass wir mehr als die Freigetränke zu uns genommen haben und deshalb sicher an der ein oder anderen Ecke etwas länger verweilten, als unbedingt nötig.

Von der Heineken Experience leicht beschwingt suchten wir uns ein nahegelegenes Restaurant. Auf Nachfragen wurde uns das Café de Klos (Kerkstraat 41-43) empfohlen, was entgegen der Name vermuten lässt eine Art Kneipe ist, die an ein englisches Pub erinnert. Dort wurden wir von der Qualität des Essens überrascht! Ich wählte auf Anraten des Kellners eine Portion Lady Ribbs (Ja, ich bin auch kein Freund von der Bezeichnung „Lady“ für Nahrungsmittel, jedoch waren die „normalen“ Portionen mehr als ich hätte vertilgen können). Dazu wurden lediglich zweierlei Soßen, eine sehr kleine Portion Salat und Brot serviert. Das war aber mehr als ausreichend – auch für Hungrige. Billig war das Ganze jedoch nicht. Die Hauptgerichte lagen alle um die 18-25€ p.P. Aber es hat sich gelohnt! Ich bin nicht unbedingt jemand, dem das Wasser im Mund verläuft, beim Erblicken von Rippchen auf der Karte, doch diese Rippchen waren einfach Weltklasse!!! Ich kann es nicht in Worte fassen, ihr müsst diese selbst versuchen!

Natürlich wollten wir uns auch das Rotlichtviertel und die umliegenden Kneipen nicht entgehen lassen. So gingen wir wieder Richtung Zentrum (und Bahnhof). Auch hier muss sich jeder selbst ein Bild machen. Nur soviel sei gesagt: Mich persönlich hat es dort nicht sehr gefallen. Auch für Table-Dance scheine ich das falsche Geschlecht zu haben (oder schlicht nicht das Interesse?). Dennoch war es eine interessante Erfahrung und ein lustiger Abend, welche ich aber jedoch nicht unbedingt wiederholen muss.

Wir nahmen eine Bahn zurück nach Haarlem und vertraten uns vom Bahnhof noch ein wenig die Beine (auch nachts fahren die Bahnen noch recht lange und regelmäßig).

Am Sonntag ging es nach einem Frühstück und einer kleinen Shoppingtour (da in Holland die Geschäfte auch Sonntags immer geöffnet haben) mit dem Auto zurück nach Hause.

Unser Fazit:

Wir alle haben abschließend entschieden, dass wir unbedingt noch einmal einen Ausflug nach Haarlem machen müssen und es sich dort durchaus auch länger als ein paar Tage aushalten lässt. Insbesondere ist die Nähe nach Zandvoort zum Strand und nach Amsterdam sehr attraktiv bei nicht ganz so horrenden Preisen für die Übernachtungen, die man sonst in Amsterdam verrichten muss.

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