Kurztrip nach Baden-Baden

Kleiner Diamant in Baden-Württemberg!

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Deutschland – Baden-Baden – Februar 2017

Deutschland – Baden-Baden – Februar 2017

Reisedauer: 2 Tage (1 Nacht)

Gesamtbudget: ca. 300€ p.P.

  • Unterkunft: 129€ für ein Einzelzimmer im Atlantic Parkhotel im Zentrum von Baden-Baden inkl. Frühstück
  • Hin-& Rückreise: 50€ Spritkosten für Anreise mit dem Auto
  • Aktivitäten: 23€ gesamt für Caracalla-Therme (17€) & Merkurbergbahn (ca. 6€)
  • Essen / Trinken: ca. 100€ p.P.

Reiseliteratur: Robin Sharma – „Der Mönch der seinen Ferrari verkaufte“

Dieses Jahr wollte ich Karneval entfliehen. Also entschließ ich mich kurzerhand zu einem Ausflug in den badischen Kurort Baden-Baden. Entsprechend kurzfristig buchte ich mir eine Unterkunft und reiste mit dem eigenen Auto an. Dadurch war die Übernachtung leider etwas teurer aber es gab noch ausreichend Zimmer im zentral gelegenen Atlantic Parkhotel, welches mir vorher von Bekannten empfohlen wurde.

Die Region Baden-Baden überraschte mich gleich mit einer traumhaft schönen Landschaft, die jedem Wanderfreund gleich das Herz höher schlagen lässt und trumpfte gar noch mehr auf, als ich den Kern der Innenstadt zum ersten Mal mit dem Auto durchfuhr. Gebäude aus dem 19ten Jahrhundert, akribisch gepflegte Parkanlagen, Kopfsteinpflaster. Man fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt,…

in der noch Postkutschen über das Pflaster rattern und die Damen mit weiten langen Kleidern und filigranen Sonnenschirmen durch die Straßen flanieren. So parkte ich mein Auto in einer nahegelegenen Tiefgarage und schritt gemächlich über die Brücke zu meiner Übernachtungsmöglichkeit. Das Atlantic Parkhotel (Goetheplatz 3) lädt einen ebenfalls zu einer Zeitreise ein. Die Dekorationen erinnern durch Purpurfarben und Goldverzierungen an stattliche Herrenhäuser und auch das Gebäude selbst scheint einer anderen Epoche entsprungen. Wer ein modernes  Hotel mit entsprechendem Mobiliar erwartet, ist in diesem Hotel nicht richtig aufgehoben. An Zentralität ist dieses Hotel nicht mehr zu übertreffen. Alles lässt sich bequem in wenigen Minuten zu Fuß erreichen, denn man befindet sich im Kern des Zentrums.

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Deutschland – Baden-Baden: Atlantic Parkhotel – Februar 2017

Nach einem sehr herzlichem Empfang, kurzer Inspektion meines Zimmers und einer kleinen Auffrischung meines Spiegelbildes, machte ich mich wie immer zu Fuß auf die Stadt zu erkunden. Da ich recht früh angekommen war, hatte ich nun noch den gesamten Tag vor mir und erbat zu allererst um Auskunft nach einem netten Frühstücksrestaurant. Auf dem Weg zu Leo’s Restaurant, Café und Wien-Bar (Luisenstraße 8) kam ich durch den Park vor dem Kurhaus und der Trinkhalle. Der Park allein ist bereits ein Erlebnis und so schlenderte ich auf Umwegen in Richtung Leo’s. Frühstück gab es hier bereits zu kleinen Preisen (zwischen 4-20€ p.P.). Natürlich kann man sein Frühstück leicht um einen Champagner oder Lillet oder andere gerade in Mode gekommene Aperitifs ergänzen und sich so unauffällig unter das restliche Klientel mischen. Ich saß gute zwei Stunden dort und beobachtete das Treiben im Leo’s. Baden-Baden ist berühmt für ihre sehr reichen Touristen und entsprechend auffällig und extravagant kleidet sich das Gros der weiblichen Gäste.

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Deutschland – Baden-Baden: Kurhaus – Februar 2017

Gut gestärkt verließ ich das Café und wanderte durch die Fußgängerzone (Gernsbacherstraße) in Richtung Friedrichsbad und Caracalla-Therme. Von außen bereits ein ehrwürdiger Anblick. Auch hier kann man sich leicht vorstellen, wie sich die hohen Herren und Damen von Baden-Baden in früheren Jahren ihre freie Zeit in den Bädern vertrieb. Mir war jetzt noch nicht nach einem Bad, denn das Wetter war ein Traum (für Februar recht warm und die Sonne schien den ganzen Tag). Also ging ich weiter meines Weges und entschied mich auch auf Empfehlung hin den Staufenberg zu erklimmen. Wer keine Lust hat den gesamten Weg zu laufen, kann entweder mit dem Auto die Markgrafenstraße zum Merkuriusberg 2 fahren und dort sein Auto auf dem großen Besucherparkplatz abstellen oder aber den Linienbus nehmen und sich an gleicher Stelle vom Busfahrer absetzen lassen. Natürlich entschied ich mich für den Weg zu Fuß und schritt glücklicherweise „Das Paradies“ entlang, da dies die direkte und kürzeste Verbindung zu der Merkurbergbahn darstellte.

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Deutschland – Baden-Baden: „Das Paradies“ – Februar 2017

Ich lief grob 40 Minuten von den Caracalla-Thermen, bis ich die untere Station erreichte (Der Rückweg dauerte nicht ganz so lange, da es dann nur noch bergab ging).

An der Talstation der Merkurbergbahn (Merkuriusberg 2) angelangt, zog ich mir schnell ein Ticket für Berg- und Talfahrt und fuhr mit der nächsten Gelegenheit hoch. Die Schlange vor Ort war überschaubar und ich konnte gleich die nächste Bahn nehmen. Die Tickets lagen bei ca. 6€ p.P. und man konnte jederzeit rauf oder runterfahren. Wer nähere Details zu Öffnungszeiten etc. benötigt, schaut am besten direkt online unter Merkur-Bergbahn.

Die Fahrt dauerte ca. 10 Minuten, war aber schön, da man hinten stehend einen wunderbaren Blick genießt. Oben angelangt weiß man nicht, ob man sich zunächst bei einem leckeren Getränk und/oder Kuchen an das Geländer setzen soll, um die Aussicht zu genießen oder lieber erst einmal umherwandert, um den besten Ausblick zu finden. Mich haben als erstes die Paraglider fasziniert, die dort zu Hauf standen und auf den besten Wind warteten, um in das Tal hinabzulaufen und genau im richtigen Augenblick den Schirm zu spannen und abzuspringen. Am liebsten wäre ich gleich mitgesprungen, doch war dies nicht so einfach möglich. Die Gleitschirmspringer waren allesamt Privatpersonen und konnten natürlich nicht einfach eine fremde Frau mitnehmen, die keinerlei Erfahrung noch Ausrüstung mitbrachte. Aus Frust setzte ich mich mit einem Stück Kuchen bewaffnet und einen Aperol Spritz auf eine der Bierbänke und schaute schmachtend den Paraglidern zu, wie sich einer nach dem anderen in die Lüfte erhob.

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Deutschland – Baden-Baden: Staufenberg – Februar 2017

Auch hier verweilte ich länger als gedacht und machte mich lediglich nur deshalb auf dem Weg, weil es sehr kalt wurde. Nach einer kleinen Runde, die ich auf dem Berg drehte  und mich während dessen mehr als einmal wunderte, wieso hier so viele Frauen mit High Heels vorzufinden waren und wie diese Frauen es insbesondere mit Pfennigabsätzen bewerkstelligten, auf dem sehr unebenen Kies herumzustolzieren, ohne sich die Beine zu brechen. Hierzu muss ich kurz anmerken, dass auch ich durchaus gerne (und viele) Schuhe mit hohen Absätzen besitze, doch anscheinend zu pragmatisch bin, um damit einen Berg zu erklimmen. Auf jeden Fall wurde es mir so nicht langweilig und neben einem wunderschönen Ausblick trug dies noch zu meiner allgemeinen Heiterkeit bei.

Von hier ging es am Nachmittag zurück in die Innenstadt und ich steuerte nach dem halbstündigen Rückweg als erstes noch ein Café „Kaffeehaus Baden-Baden“ (Gernsbacherstraße 24) an, um mich bei einem schnellen Latte Macchiato innen aufzuwärmen. Ein sehr süßes Café, indem zum Kaffee ein Stück leckere Schokolade serviert wurde. Damit war meine Laune auf einem Hochpunkt angelangt. Ich entschied mich nun eines der beiden Bäder auszuprobieren und schlenderte sehr langsam zum Hotel zurück, um entsprechende Kleidung einzupacken. Im Hotel erkundigte ich mich nach den Möglichkeiten und auf Grund der wenigen Zeit, die ich noch mitbrachte, wurde mir die Caracalla Therme empfohlen. So druckte mir die freundliche Empfangsdame gleich ein vergünstigtes Ticket an der Hotelrezeption aus, gab mir noch ein paar weitere Handtücher für meinen Aufenthalt in der Therme mit und ich verließ noch glücklicher die Lobby (Preise regulär zwischen 15-23€ p.P.).

Kurze Zeit später kam ich in der Caracalla-Therme an und mein Glücksmoment wurde radikal ernüchtert. Massen an Menschen tummelten sich vor den Umkleiden. Und ein ganz besonders großer Anteil Kinder. Dabei freute ich mich doch gerade erst recht auf eine ruhige schöne Saunalandschaft, die zum Träumen einlädt und mich endlich an meinem Buch weiterlesen lassen würde. Was ich nicht wusste: Diese Therme hat zwar einen Saunabereich, doch ist der Großteil der Anlage ein öffentliches Schwimmbad und somit natürlich von vielen Kindern besucht. So bahnte ich mir meinen Weg durch die schreienden quirligen Kindermassen die Wendeltreppe in den Saunabereich hinauf. Auch die Saunalandschaft konnte mich leider nicht überzeugen. Die Schwimmbad-Atmosphäre überwog klar. Zudem lagen sehr viele Personen in den Saunen ohne Handtücher auf dem blanken Holz und schwitzten dort laut schwatzend vor sich hin. Nicht gerade das, was ich mich unter Entspannung vorstelle. Ich machte zwei Saunagänge und legte mich zum Lesen in einen der zwei Ruheräume (angeblich gab es drei, doch der dritte ließ sich von mir nicht aufspüren). Dort war es zumindest still und ich konnte in Ruhe Kapitel 9 von Robin Sharma’s Buch wenden.

In diesem Kapitel ging es darum, bewusst die Dinge im Leben anzugehen, vor denen man sich besonders fürchtet, um sich selbst weiterzuentwickeln und seine Ängste zu überwinden. An sich ist das alles nichts Neues, jedoch vertrete ich die Meinung, dass man sich selbst immer mal wieder daran erinnern sollte, was gut für einen ist.

Lange blieb ich nicht. Gegen halb 9 verließ ich die Caracalla-Therme enttäuscht und ging hungrig auf Suche nach einem Restaurant. Nachdem ich ein paar Runde gedreht hatte, zog mich ein indisches Restaurant wie magisch an. Namaskaar. Es machte von außen nicht viel her, aber der Hunger packte mich und so ging ich rein. Ich hatte Glück! Ein einziger Stuhl an der Theke war noch frei und ich setzte mich zu einer Dame, die aus der Schweiz kam und sich ebenfalls alleine für ein Wochenende eine Auszeit nahm. Das Essen war ausgezeichnet! Pro Gericht zahlt man rund 15€ p.P., doch würde ich das als „normale“ Preise für indisches Essen bezeichnen. Ich esse sehr gerne indisch, aber hier wurden meine Erwartungen übertroffen. Dazu noch sehr nette Kellnerinnen und ein freundlicher Inhaber, der hier und da noch für ein Schwätzchen zu haben war, wenn man wollte.

Wer kein indisch mag, dem würde ich wieder das Leo’s zum Abendessen empfehlen. Verschiedene gute Gerichte zur Auswahl bei nicht ganz günstigen Preisen. Reservierung vorab unabdingbar, da meist voll ausgebucht.

Um sich abends nicht zu langweilen, bietet Baden-Baden jedem etwas. Das Wallstreet im Hamilton (Sophienstraße 1) hat bezahlbare Getränke und ist für ein Restaurant / Bar meist gut gefüllt, aber nichts Besonderes. Das Casino dagegen ist nicht nur von außen eine Attraktion und ein Must-Have, wenn man nach Baden-Baden reist. Ist man kein Casino-Freund, sollte man sich die Architektur meiner Meinung nach dennoch nicht entgehen lassen. Abends kann man als Alternative im danebenliegenden Kurhaus eine der vielen Vorstellungen besuchen.

Fazit:

Faszinierende Stadt, die einen sehr schnell aus seinem Alltag auf eine Zeitreise mitnimmt und es einem ermöglicht mal eine andere Seite der Einkommensklassen aus nächster Nähe – und nicht nur aus den Fernseh-Soaps –  kennenzulernen.

Ich habe mir fest vorgenommen, noch einmal im Sommer wiederzukommen und einen Gleitschirmsprung vorab zu buchen. Zudem werde ich mindestens eine weitere Übernachtung einplanen und mir gleich zu Beginn vornehmen, das Friedrichsbad zu besuchen, was ein wirkliches Highlight sein muss. Ich werde selbstverständlich im Details davon berichten!

 

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