Porto: eine Stadt zum Genießen

Sehr gutes Essen, ausgezeichneter (Port-)Wein, durch die hügelige Stadt flanieren und die Aussichten genießen bringt ein Wochenende in Porto auf den Punkt.

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Portugal – Porto – September 2017

Portugal – Porto – September 2017

Reisedauer: 4 Tage (3 Nächte) Auszug aus Portugal-Reise 10 Tage (9 Nächte)

Gesamtbudget: ca. 400€ p.P.

  • Unterkunft: 96€ p.P. (192€ im Doppelzimmer)
  • Hin- & Rückreise: 200€ p.P. mit Ryanair von Köln nach Porto
  • Aktivitäten: 15€ p.P. Hafenrundfahrt Douro (Porto), 6€ p.P. Gondelfahrt (Porto)
  • Essen / Trinken: ~85€ p.P.
  • Zwischenreisen: 5€ p.P. Metro An-& Abreise Flughafen

Reiseliteratur: Mitch Albom – „The first phone call from heaven“

Auf unserer Reise durch den Norden Portugals, verweilten wir einige Tage im schönen Porto. Damit ich dieser Stadt auch gerecht werden kann, gibt es im folgenden einen eigenen kleinen Blog über die Genießer-Stadt.

Wer nicht nur über Porto sondern noch mehr über den Norden Portugals oder den Caminho Portugues lesen möchte, kann sich gerne in meinem anderen Blog „Zu Fuß von Porto nach Viana do Castelo“ weitere Details zu Gemüte führen.

Zur Anreise: Ryanair Flüge von Köln nach Porto (Dauer: ca. 2,5-3h, Kosten: ca. 200€ p.P.) Viel billiger geht es vermutlich nicht mehr, denn wir haben die Flüge bereits 4 Monate vor Abflug gebucht.

Vom Flughafen in die Innenstadt: Für uns ging es weiter mit der Metro (Dauer: ca. 30Min, Kosten: ca. 2,5€ p.P.) bis zur zentral gelegenen Station Trinidade. Wer keine Lust auf eine vollgestopfte Bahn hat, kann für 15-20€ auch einfach ein Taxi nehmen oder mit Uber fahren.

Unterkünfte:

  • AirBnB bei Cristiano im geteilten Apartment „Attic suite with incredible view“
    • Adresse: Rua de Sao Bento da Vitória, Porto
    • Lage: Direkt in der Innenstadt, wenige Gehminunten zur Ponte Luis
    • Kosten: 107€ / 2 Nächte für 2 Personen
    • Empfehlung: Schöne landestypische mit Liebe eingerichtete saubere Unterkunft! Top Lage! Kann ich nur weiterempfehlen.
  • Oporto Boutique Apartments  (Apartamento T1)
    • Adresse: Rua Alexandre Herculano 311, OG
    • Lage: Innenstadt nähe Ponte do Infante
    • Kosten: 85€/Nacht für 2 Personen
    • Empfehlung: Sehr großes & schönes Apartment mit Küche und Wohnzimmer. Sehr gut geeignet um auch ein wenig länger in Porto zu verweilen.

Unsere Anreise ging bequem und unkompliziert von statten. Ein erster Stop musste selbstverständlich bereits im Café des Flughafens eingelegt werden – ich brauchte Kaffee!!! Nachdem wir Koffein-gestärkt die Fahrt mit der Metro in die Innenstadt auf uns nehmen konnten, gingen wir voll beladen ein gutes Stück durch Porto auf der Suche nach unserer Unterkunft. Hier ist Vorsicht geboten! Die Straßennamen sind lang, doch auf den Straßenschildern steht gelegentlich nur ein Teil des Namens und kann einen hie und da mal in die Irre führen. Doch endlich fanden wir unsere Unterkunft. Cristiano war wie wir herausfanden ein italienischer Architekt, der eine Freunde an gutem Essen hatte. Welch ein Glück! Er hat uns reichlich Tipps hinterlassen, die ich selbstverständlich gerne mit euch teilen möchte. Eine Reihe von Restaurant Empfehlungen findet ihr deshalb am Ende des zweiten Tages.

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Portugal – Porto – September 2017

Zunächst einmal entschieden wir uns aber zu einer Stadtbesichtigung. Cristiano empfahl uns Porto auf alle Fälle zu Fuß auszukundschaften, um das Flair der Stadt zu erfahren. Wir befolgten selbstverständlich seinen Rat und gingen – ohne Plan – los durch die vielen kleinen verschlungenen Gassen. Ein Meer von Kopfsteinpflaster empfing uns. Wer sich hier erhofft hat, seine lange nicht mehr getragenen Highheels auszupacken, der wird vermutlich sehr unglücklich werden. Wo das Auge hinblickt, sieht man die Damen der Gesellschaft primär in Sneeker durch die Straßen flanieren. Selbst Flipflops sind selten gesehene Weggefährten durch Portos Lage am Hang. Jedoch bietet dieser Umstand einem die Möglichkeit interessante Blicke auf Porto zu erhaschen. Fotographie-Begeisterte werden hier allerhand zu tun haben und viele Motive aus neuen Winkeln entdecken können. So wanderten wir vorbei an einer Aussichtsplattform an der Rua da Vitória, weiter  zur Fonte das Virtudes, hinunter zur Rua Nova da Alfândega, von der aus man  einen schönen Blick auf die ehemaligen Häuser der Kaufleute und Handwerker der letzten Jahrhunderte erglimmen kann und erreichten den Douro, der Porto von Vila Nova de Gaia trennt aber durch reichlich Brücken wieder verbindet.

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Portugal – Porto Rua Nova da Alfândega – September 2017

Entlang des Douro kann man im September entspannt daher schlendern und sich die Stadt im Ganzen betrachten. Gelangt man jedoch auf die Cais da Ribeira wird es wieder turbulenter. Hier findet sich Restaurant an Restaurant aufgereiht nebst einer Fülle an Touristen. Man kann so am Flussufer die Brücke Ponte Luis I nur via Hindernislauf erreichen. Auch riecht es dort leider nicht sehr angenehm. Die Brücke entschädigt aber diesen Aufstand völligst! Es lohnt sich sehr den Sonnenauf- oder -untergang auf der oberen Verbindung der Brücke zu erleben. Hier entstehen wunderschöne Bilder von Porto (oder auch einem selbst). Über die Ponte de Luís gelangt man in die Stadt Vila Nova de Gaia, wo sich die Portweinkellereien aneinanderreihen. Bevor man jedoch die Brücke verlässt und sich durch die Portweine trinkt, empfiehlt es sich aber einmal kurz innezuhalten und das Kloster Mosteiro da Serra do Pilar zu besichtigen. Wer keine geführte Tour möchte, kann für kleines Geld einen Teil des Klosters und den Turm selbst besichtigen und von dort die Aussicht genießen.  Von hier hat man zwei Möglichkeiten ins Tal zurück an den Douro zu gelangen: entweder zu Fuß oder man fährt mit der Seilbahn Teleférico de Gaia für 6€ p.P. hinunter. Wir nahmen die Seilbahn, um den schönen Blick auf die Stadt noch ein wenig länger genießen zu können, doch waren offen gestanden mehr als enttäuscht. Die Fahrt dauert ca. 3 Minuten, die Strecke ist nämlich wirklich kurz und durch die beschmierten Fenster ließen sich keine schönen Fotos erstellen. Fazit: Für 1€ wäre dies eine nette Geschichte gewesen, aber 6€ sind meiner Meinung nach einfach nicht gerechtfertigt, sodass man auf dieses Erlebnis durchaus verzichten kann.

Für den zweiten Tag stand also ein Sightseeingprogramm mit Portwein-Tasting und anderem Touri-Kram auf unserer Agenda. Zunächst allerdings war es Zeit für die wichtigste Mahlzeit des Tages, die wir in der Mercearia das Flores (Rua das Flores 110) einnahmen. Das Frühstück war wunderbar! Aber der Kaffee war einfach so gut, dass wir statt einem kurzen Frühstück den halben Vormittag dort zubrachten. Zudem konnte man dort Olivenöl, Marmeladen und anderes an portugiesischer Feinkost zu adäquaten Preisen erstehen, was wir auch taten. Ein anderes Café kam nun nicht mehr in Frage!

Wir wollten als nächstes eine Bootsfahrt über den Douro buchen. Gott sei Dank waren wir mal wieder nicht ganz durchorganisiert und liefen in Vila Nova de Gaia zufällig in einen Verkäufer von Tickets, der uns in den nächstgelegenen Ticketshop geleitete (Av. de Diogo Leite 438, Vila Nova de Gaia). Dort erstanden wir 2 Tickets für eine Bootstour „Cruzeiro das Pontes“ für 15€ p.P., welche 50 Minuten dauerte und bekamen zudem Portwein-Tasting Gutscheine für 3 Kellereien gratis dazu. Die Bootstour sollte alle 30 Minuten starten und man konnte frei und spontan wählen, an welcher man teilnehmen möchte. Wir entschieden uns für eine Tour am späten Nachmittag auf einem der kleineren Boote und fuhren zunächst den Douro hinauf durch einige Brücken und später hinunter bis zum Hafeneingang, wo der Douro ins Meer mündet. Ich liebe Bootstouren und es war eine sehr schöne entspannende Fahrt ohne große Worte, was ich sehr zu schätzen wusste. Man muss meines Erachtens nichts erzählen, wenn die Aussicht Bände spricht.

Bevor wir jedoch die Bootstour angingen, wollten wir nach einem reichhaltigen Frühstück zunächst die Portwein-Tasting-Gutscheine einlösen und entschieden uns für eine kleine Lokalität Quinta Do Noval (Avenida de Diogo Leite 256). Es gab ein Glas Portwein und ein paar Kekse und Wasser zum verkosten. Wir tranken einen weißen Portwein (Fine White), der leicht säuerlich aber gut schmeckte. Von dort gingen wir weiter zu Graham’s Port Lodge (Rua do Agro 141, Vila Nova de Gaia) und gesellten uns hier zu anderen Touristen auf die herrliche Terrasse mit Blick auf ganz Porto und probierten den für Graham’s berühmten LBV Late Bottled Vintage aus 2011, den man dort aber leider nicht mehr kaufen kann. Wer für sich oder seine Liebsten ein Mitbringsel erstehen will, der kauft diesen am besten in einen der vielen kleinen Kiosks / Souvenirläden in der Stadt, denn dort wird man mit Sicherheit mit ein wenig Glück noch fündig. Alternativ schmeckt fast genauso gut auch der 2012er (zumindest für mich). Unsere letzte Anlaufstelle war Espaco Porto Cruz (Largo Miguel Bombarda 23, Vila Nova de Gaia), der wohl bekannteste Portwein, aber leider nicht der leckerste. Jedoch sprach ein kostenloses Verköstigen des Porto Cruz Pink wie auch der schöne Blick von der Skybar dann doch für diese Lokalität. Die Portwein-Cocktails haben uns das Tasting abgerundet und wir gingen leicht beschwipst zur gebuchten Bootsrundfahrt nur wenige Meter von hier.

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Portugal – Porto Bootstour – September 2017

Am letzten Tag in Porto gingen wir wieder zu Fuß durch die Stadt aber diesmal verstärkt im Stadtteil Fontaínhas, wo man wunderschöne Blicke auf der Stadt erhaschen kann. Entlang der Praça Poveíros, fanden wir schöne Cafés, Kneipen und Restaurants, die mehr einem Studenten- oder Künstlerviertel zuzuordnen wären. Hier ist viel Leben anzutreffen und deutlich weniger Touristen. Von hier ist es nicht weit zur Estaçao Sao Bento, die von Innen einen kurzen Blick würdig ist. Auch der Mercado do Bolhao (Rua Formosa 214) lohnt sich wohl – doch haben wir dies leider nicht mehr geschafft, da dieser bereits gegen 17 Uhr schließt. Es empfiehlt sich diesem eher morgens einen Besuch abzustatten, um alle Händler noch in voller Zahl zu erleben. Wer sich hier aufhält, kann auch gleich die wenigen Meter zur berühmten Shopping-Meile Via Catarina (Rua de Santa Catarina) hinüber spazieren und dort ein wenig über die Straße und durch die Zentren flanieren. Alternativ ist auch die Rua dos Flores nicht weit von der Estaçao Sao Bento gelegen, auf der man Souvenirgeschäfte und kleine Cafés und Restaurants aneinander gereiht vorfindet.

Abends gestaltet sich durch die Fülle an Restaurants die Auswahl eher schwierig. Wir wollten die Touristen-Fallen meiden und haben so mit Absicht einen großen Bogen um die Gegend entlang des Douro geschlagen. Am ersten Abend versuchten wir es im Tapa Bento (Rua da Madeira 222) nahe der gleichnamigen Station Sao Bento, leider ohne Erfolg. Eine Reservierung ist hier unumgänglich, denn vom frühen Abend bis spät in die Nacht ist dieses Restaurant ausgebucht. Das Essen ist sehr gut (die Gambas waren spitze!) aber auch etwas teurer, doch die Dame des Hauses machte mir ihrer gastfreundlichen, herzlichen Art auch diesen winzigen Mangel wett.  Also entschieden wir uns kurzerhand für eine Reservierung am zweiten Abend und suchten uns für den ersten eine andere Möglichkeit, die Casa Marlindo (Rua de Trás 15) eine sehr kleine am Hang gelegene Tapas Bar mit einfachen, günstigen aber äußerst leckeren Kleinigkeiten. Der einzige große Nachteil dieses Restaurants war die Tatsache, dass man durch die Hanglage in der kleinen dunklen urigen Straße leider auch etwas ungemütlich schief auf den Stühlen saß. Ansonsten waren Speisen und Getränke zu sehr günstigen Preisen zu erstehen und insbesondere die Muscheln – eine Empfehlung des Hauses – waren selbst für meine Freundin, welche keine Muscheln mag, eine Delikatesse.

Im anderen Teil der Stadt gibt es ein wunderschönes kleines Restaurant Taparikas (Rua de Santo Ildefonso 61), welches uns am letzten Abend in Porto schlicht überwältigt hat. Das Essen ist einfach sensationell! Die Gambas waren köstlich, die Käseplatte zum Dahinschmelzen und das Filetsteak mal ganz anders zubereitet, als man es von daheim kennt. Und das alles zu sehr angemessenen Preisen (2-3 Gänge inkl. Getränke für 2P. rund 50€). Zwar waren Mutter & Tochter mit der Vielzahl der Gäste etwas überfordert und man musste ein wenig mehr Zeit mitbringen, doch hat dies dem Abend keinen Abbruch getan. Meiner Meinung nach ein unbedingtes Muss!

Uns wurden von unserem Gastgeber noch eine Reihe anderer sehr guter Empfehlungen ausgesprochen, auf die wir leider auf Grund begrenzter Zeit und Magen-Kapazität verzichten mussten. Ich möchte euch diese aber keinesfalls vorenthalten: Miss ‘Opo (Rua dos Caldeireiros 100) – mal ein Abendessen der anderen Sorte. Aduala taberna/bar (Rua dos Oliveiras 36), eine Bar, in der man auch Essen kann. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Atmosphäre und Essen wird hier eher zur Nebensache. Ganz in der Nähe gibt es im ähnlichen Stil ein weiteres Lokal Café Candelabro (Rua de Conceicao 3).

Auch die Abreise am frühen Morgen des letzten Tages ging unkompliziert von statten. Die Metro fährt in regelmäßigen Abständen, doch ist sie leider trotzdem immer überfüllt. Der Flughafen ist klein und die Schlangen waren überschaubar.

Fazit:

Porto ist definitiv eine Reise wert! Man braucht sich vorab an sich um nichts kümmern, außer um Flüge und Unterkunft. Die Tage kann man leicht und spontan füllen ohne ein großes Rahmenprogramm aufstellen zu müssen und wortwörtlich in den Tag hineinleben. Ein wunderbares Reiseziel zum Ausspannen und Seele baumeln lassen.

Wer jedoch noch nie in Portugal gewesen ist, dem würde ich wärmstens ans Herz gelegen sich zunächst ein paar Tage in Lissabon aufzuhalten. Diese Stadt ist vielleicht nicht ganz so landes-typisch wie Porto doch sicherlich beeindruckender was Architektur und Größe anbelangt.

Kombinationsmöglichkeiten:

  1. Der Norden Portugals: Zu Fuß von Porto nach Viana do Castelo
  2. Caminho Portugues: Von Porto nach Santiago de Compostela
  3. Lissabon: Portugals Hauptstadt

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