Namibia: Der Norden

Ein Land der Vielseitigkeit – von Wüste über Steppe bis hin zu Regenwald-Ausläufern.

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Namibia – Windhoek „Christuskirche“ – Dezember 2017

Namibia – Der Norden – Dezember 2017

Reisedauer: 8 Tage (7 Nächte)

Budget Namibia: ca. 1.750€ p.P.

  • Unterkunft:  585€ p.P. (1.170€ im DZ)
  • Hin- & Rückreise: 600€ p.P. Flug & Bahn
  • Aktivitäten: 130€ p.P. (ca. 2.000NAD p.P.)
  • Essen / Trinken: 80€ p.P. (1.200NAD p.P.)
  • Mietwagen: ca. 325€ p.P. für 7 Tage

{Mietwagen gesamt: 2.350€ für 19 Tage (inkl. 600€ Rückführung aus Sambia)}

Reiseliteratur:  Cheryl Strayed – „Der große Trip“

Wie schon der Name meiner Reiseliteratur ankündigt, geht es dieses Jahr über Weihnachten auf große Reise. Nach einem sehr ermüdenden 18 Stunden Flug über Doha – der zugegeben wirklich sehr günstig war, mich aber doch an meine Geduldsgrenze des Fliegens brachte – wurden wir von der Hitze und Sonne Namibias empfangen. Bereits nur gelandet, erkennt man an der Größe des Flughafens, dass es sich bei Windhoek – wenn auch Hauptstadt Namibias – nur um eine kleine Stadt handeln kann. Unsere Erwartungen waren immens, doch wurden wir recht zügig belehrt, dass Windhoek weder groß, noch besonders schön oder dort viel zu erleben ist.

Der Flughafen liegt ca. 40 Autominuten vor der Innenstadt. Da wir unseren Mietwagen mit „Africa Tracksgebucht haben und dieser Anbieter – wie die meisten Anbieter eines Allradfahrzeugs mit Dachzelt – keine Lokalität am Flughafen hat, werden wir von einem sehr freundlichen Fahrer abgeholt und nach Windhoek Stadt gebracht, um dort unser Auto in Empfang zu nehmen.

Ein weißer Toyota Hilux 4×4 Double Cab mit Dachzelt wartet bereits auf uns. Der Mann hinter dem Tresen erklärt uns in aller Seelenruhe das Fahrzeug und baut kurz mit uns zusammen das Dachzelt auf – was zu meinem Erstaunen selbst ein großes und selbstredend starkes Kleinkind zustande bringen würde.

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Namibia – Irgendwo auf der C28 kurz vor dem Bosua Pass – Dezember 2017

Zwar hatten wir vor der Reise ein eintägiges Offroad Training gebucht, jedoch stellten wir schnell fest, dass die Fahrzeuge in Deutschland etwas neuere Technologie besaßen als das von uns gemietete. Doch mit ein bisschen Hilfestellung von Africa Tracks war auch das fix erklärt und mit ein bisschen Übung auch schnell umgesetzt.

Ungefähr 2 Fahrminuten von Africa Tracks entfernt lag unser erstes Hotel „Windhoek Hilton“. Wir parkten unser wunderschönes Offroad Fahrzeug direkt davor und wurden vom Empfangsmann hineingeführt. Das Hotel ist etwas in die Jahre gekommen, was man insbesondere an den Zimmern sieht, aber es liegt im Herzen Windhoeks mit Blick auf die berühmte Christuskirche, welche man in jedem Reiseführer als erstes zu Gesicht bekommt. Als empfehlenswert am Hilton würde ich nur die Skybar mit Blick über ganz Windhoek hervorheben, jedoch sollte man auch hier sehr viel Geduld mitbringen, denn bei Zeiten kann man gut und gerne eine Stunde auf Essen, Cocktails oder gar Kaffee warten. Die Preise für Essen & Getränke sind in Ordnung (Pizza: 200NAD, Bier: 30NAD, Cocktails: 55 NAD). Zur Skybar kommt man an einem kleinen langgezogenem Pool mit ein paar Liegen vorbei, die aber an der Zahl der Hotelgäste bemessen, doch etwas knapp ausgelegt waren. Im Nachhinein würde ich dieses Hotel jedoch gemessen am Preisleistungsverhältnis nicht erneut buchen und mir lieber eine nette Lodge ggf. etwas außerhalb Windhoeks zu gleichen Preisen suchen.

Viel zu sehen hat man hier leider nicht. Wir gingen ein wenig spazieren und schauten uns das meiner Meinung nach wirklich sehr hässliche Independence Memorial Museum, die daneben gelegene wunderschöne Christuskirche, die alte Feste und den Tintenpalast an. Für alles benötigt man rund 15 Minuten – wenn man sich Zeit lässt. In Windhoek selbst gibt es ein paar wenige Läden, die aber alle an Weihnachten geschlossen hatten und so endete unsere Windhoek Erkundung nach nicht mal einer Stunde.

Abends wollten wir eigentlich in Joe’s Beerhouse oder ins Leo’s at the Castle in der Heinitzburg, doch auch diese waren geschlossen. Der nette Fahrservice vom Hotel brachte uns dann zu einem geöffneten portugiesischem Restaurant O Portuga (312 Sam Nujoma Avenue, Windhoek) wo fast ausschließlich locals anzutreffen waren und wir glücklicherweise noch einen Platz bekamen. Wir bestellten Fleisch, denn wir wollten natürlich Oryx und Kudu kosten. Alles war recht günstig aber auch leider nicht so über die Maßen lecker. Alles in allem zahlten wir aber auch für 2 Personen nur 375NAD inkl. Getränken. Den Besuch zu Kaffee & Kuchen auf der Heinitzburg (Heinitzburg Street, Windhoek) holten wir kurz vor Abreise noch nach, doch hat uns der in allen Reiseführern hochgelobte Kuchen nicht überzeugen können. Er war schlicht zu süß. Der Besuch in Joe’s Beerhouse (160 Nelson Mandela Avenue, Windhoek) war zweigeteilt:  Eine wunderschöne, liebevoll hergerichtete Location, aber leider keine herausragende Empfehlung zum Essen. Dafür recht teuer. In der Hauptsaison trifft man hier sicherlich auf eine Menge Touristen.

Am nächsten Morgen machten wir uns ohne Frühstück schnell auf zum Tanken & Einkaufen. Beides war teurer als erwartet. Da die meisten Produkte Importwaren sind, findet man vergleichbare Preise zu Deutschland vor.

2. Tag: Windhoek >>> Omaruru (ca. 350km/6,5Std Fahrt)

Zur Strecke: Wir nahmen die C28 in Richtung Swakopmund durch das Khomas Hochland (C Routen in Namibia sind entweder geteert, können aber auch Schotterstraßen sein).  In unserem Fall auf der C28 endete die Asphaltstraße erfreulicherweise nach bereits 50km und wurde gefolgt von rund 250km Schotter, Stein und Sand. Für uns auf jeden Fall eine gute Übung und Lehre für die Zukunft (so dachten wir zumindest), da wir statt der in Google Maps angezeigten 4 Stunden eher 6,5 Stunden (ohne Pausen!) brauchten.

Nichtsdestotrotz brachte uns die Strecke einen Einblick in die Natur Namibias. Erst ging es durch karge Landschaften einen gewundenen Weg hoch zum Bosua Pass, von wo aus man einen grandiosen Blick auf die Weite des Landes hat. Zudem sichteten wir direkt am ersten Tag ein Oryx, Warzenschweine und Erdmännchen. Weiter ging es ab der Kreuzung C28/C32 in Richtung Karibib durch sandige Vulkanlandschaften, gefolgt von großen Gebirgsketten auf der C33 Richtung Omaruru mit unserem Ziel: Erongo Wilderness Lodge

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Namibia – Omaruru „Erongo Wilderness Lodge“ – Dezember 2017

Allein die Anfahrt brachte Spaß pur, denn ich konnte mein im Offroad Training erlerntes Wissen anbringen und über Felsen kriechen wie auch steile Hänge hinaufmanövrieren. Wer kein Allradfahrzeug hat, sollte aber lieber das Auto auf dem Parkplatz stehen lassen & den Abholservice in Anspruch nehmen.

In der Erongo Wilderness Lodge kamen wir leider zu spät an für den Game Drive (ca. 400 NAD pP) konnten aber noch den Sundowner Hike mitmachen, der gegen 18 Uhr starten sollte und im Zimmerpreis von stattlichen 300€/Nacht enthalten war. Zunächst einmal begutachteten wir aber unser Zelt und waren hingerissen und genervt zugleich, dass wir erst so spät angekommen sind.

Wir gingen über Holzstege hinauf zu unserem Zelt (unbedingt Nummer 6 buchen!!!), welches auf Felsen und Stelzen in der Bergkulisse verschwand und erkundeten die Räumlichkeiten, welche uns für ein Zelt großartigen Luxus boten. Die Aussicht & die Abgeschiedenheit waren der Wahnsinn!

Zum Sundowner Hike wurden wir von einem freundlichen Guide & 2 weiteren Gästen begleitet & erklommen gemeinsam den linksgelegenen Hügel (Festes Schuhwerk unbedingt empfohlen, auf Grund des steilen Anstiegs und der Skorpione!). Der Anstieg war doch recht anstrengend – gegebenenfalls mangels meiner körperlichen Fitness – doch der Ausblick auf die Lodge und das Tal entschädigten für die Strapazen 1000fach. Der Guide hatte natürlich vorgesorgt & Getränke und Snacks dabei. So saßen wir dort eine halbe Stunde und betrachteten den traumhaften Sonnenuntergang.

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Namibia – Omaruru „Erongo Wilderness Lodge“ Sundowner Hike – Dezember 2017

Nach einer anschließend dringend benötigten Dusche, ging es weiter zum Abendessen, welches schlichtweg köstlich war. Wir saßen in romantischer Atmosphäre auf der Terrasse und genossen unser 3-Gänge Menü bei leckerem Wein und der einzigen Lichtquelle auf den Tischen – bis wir feststellten, dass um uns herum ausschließlich Deutsche anzutreffen waren. Es ist durchaus eine Herausforderung über die Gespräche der anderen hinwegzuhören, wenn diese lautstark neben einem dinieren und sich über all die Aktivitäten unterhielten, die sie bereits unternommen hatten. Ich muss gestehen, dies ist Nörgeln auf höchstem Niveau. Alles andere war eine glatte 10 für mich! Auch rückblickend noch eine meiner Lieblinge dieser Reise und für 1-2 Nächte perfekt geeignet, um zu entspannen und die Natur zu genießen.

Am Morgen hätten wir die Möglichkeit gehabt, an geführten Wanderungen auf den anderen Hügel zum Sonnenaufgang teilzunehmen (Start: 06:30 und 07:00), welche im Übernachtungspreis enthalten waren. Wir hatten geplant, an der 07:00 Uhr teilzunehmen welche ca. 2 Stunden dauern sollte, doch war es im Bett mit einer Tasse Instant Kaffee dann doch schöner. Ein anschließendes viel zu umfangreiches Frühstück (ich habe nicht verstanden, wer das alles hätte essen sollen) führte letztendlich erneut dazu, dass wir viel später aufbrachen als geplant.

3. Tag: Omaruru /Erongo >>> Waterberg Plateau (ca. 250km/3,5Std Fahrt)

Auf unserem Weg zum Waterberg Plateau, wollten wir vorher noch in Otjiwarongo halten, um kurz einzukaufen & einen Ausflug zum Cheetah Conversation Fond zu unternehmen. Wir kamen zwar relativ früh in Otjiwarongo an, unterschätzten aber erneut die Straßenkonditionen zur Cheetah Farm (45km D-Route) und hatten von dort noch rund 150km zu unserer Lodge. Also planten wir kurzerhand um und gingen schnell im Spar in Otjiwarongo einkaufen – inklusive einer kurzen Weinberatung meinerseits anderer deutschen Touristen, denen ich vehement meinen Lieblingswein vom Gut Spier aufschwatzen wollte, was an sich nicht schlau war, denn es gab nicht mehr all zu viele Flaschen im Bestand – und fuhren dann auf direktem Wege zum Etappenziel.

Zur Strecke: Der Weg zum Waterberg Plateau ist größtenteils B und C Route welche vollumfänglich asphaltiert sind, sodass wir die Fahrt von Otjiwarongo in etwas über einer Stunde bewerkstelligen konnten. Lediglich die letzten km ab dem Abzweig von der Cxxx zum Waterberg Plateau ging es über eine sehr bucklige Sandpiste, auf der man sich insbesondere als Beifahrer eher vorkam, als würde man auf einer Waschmaschine im Schleudergang sitzen. Aber die Landschaft entschädigt für die Buckelpiste. Auf den letzten km finden sich bereits mit etwas Glück Rhinos, Kudus, Impalas oder andere Tiere, also etwas Zeit zum Schauen und Knipsen einplanen.

Das Plateau erstreckt sich über rund 40km und man folgt diesem eine Weile parallel bis es links zunächst in den Waterberg Plateau Park führt, den wir auf unserer Route aussparten und stattdessen ein paar km weiter links in die Waterberg Wilderness Plateau Lodge abbogen. Die Strecke ohne 4×4 – insbesondere der letzte Teil hoch zur Plateau Lodge – ist meiner Meinung nach nur schwer zu meistern und würde ich meiden. Mit 4×4 dagegen war es mal wieder ein Vergnügen hoch zur Lodge zu fahren.

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Namibia – Waterberg Plateau „Waterberg Plateau Lodge“ – Dezember 2017

Die Plateau Lodge erstreckt sich über 8 Hütten die sich in die rötliche Kulisse des Berges einfügen und jedem Gast das Gefühl vermitteln, er sei ganz allein auf dieser Welt. Wir hatten Hütte Nummer 3. Empfehlen würde ich auf Grund des grandiosen Ausblicks aber Hütte 4, wobei 1, 2 und 5 ebenfalls gut gelegen waren. Auch hier nicht falsch verstehen: Alle Hütten liegen am Hang & von allen kann man auf die unendlichen Weiten Namibias Blicken. Einige oben aufgeführte befinden sich etwas näher am Hang als andere. Die Zimmer sind einfach aber schön & bieten alles notwendige.

In der Lodge angekommen, waren wir froh früh da zu sein, denn so konnten wir um 16 Uhr dem Rhino Drive (450 NAD pP) beiwohnen, der uns ca. 3 Stunden durch das Tal führte. Feste Schuhe sind ein Muss, denn man steigt gerne mal aus und schaut sich die Rhinos von Nahem an -was mir doch etwas seltsam vorkam, doch sollte dies nicht das letzte Mal bleiben. Wir hatten Glück und sahen sie alle. Doch an anderen Tieren ist der Park nicht sehr artenreich.

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Namibia – Waterberg Plateau „Rhino Drive“  – Dezember 2017

Da die Sonne trotz Sommer schon früh unterging, suchten wir danach nur noch das Restaurant auf, in dem uns neben einem grandiosen Abendessen (die Suppen waren schlicht ausgezeichnet) auch noch eine zum Träumen anregende Aussicht empfing. Hier lassen sich zum Sonnenuntergang schöne Aufnahmen machen oder einfach bei einem Kaltgetränk den Moment genießen.

4. Tag: Waterberg Plateau

Wir wurden früh von der Sonne geweckt, welche mittig zu unserem Panoramafenster aufging und unser Zimmer bereits um 6 Uhr in märchenähnliches Licht hüllte. Da wir um 8 Uhr den Plateau Hike (150 NAD pP) auf das Waterberg Plateau gebucht hatten, störte uns das frühe Erwachen nicht.

Nach dem Frühstück ging es mit einem Guide und einer Gruppe bestehend aus rund 8 Personen steil bergauf. Der Anstieg dauerte nicht lange (15-20Min) war aber durchaus schweißtreibend und lohnenswert. Oben angelangt ist die Aussicht noch schöner.

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Namibia – Waterberg Plateau – Dezember 2017

Auf dem Plateau wanderten wir ein gutes Stück der Länge nach im ZickZack über das Plateau und der Guide erklärte Natur und Tier. Nachdem wir auf frische Büffelspuren trafen, konzentrieren sich meine Gedanken hauptsächlich auf die vom Guide empfohlenen Maßnahmen, sollten wir dem Büffel begegnen & ich begutachtete jeden Stein & Baum ausschließlich nach dem Kriterium, ob er für mich zu erklimmen wäre. Doch es war gar nicht erst nötig, denn der Büffel blieb uns verborgen. Nach ca. 2,5 Stunden kamen wir wieder an der Lodge an und entschlossen uns dazu, uns in unserem Minipool abzukühlen, bevor as am Nachmittag ins Tal zu einem weiteren Spaziergang gehen sollte. Die Investition von 150 NAD lohnt sich auf jeden Fall und kann ich jedem empfehlen.

Neben den geführten Touren gibt es einige -eher schlecht ausgeschilderte- Wanderwege durch das Tal, auf denen man alleine wandern kann. Wir entschlossen uns für den ca. 5,3 km langen „Giraffe Crossing“ Rundweg und waren überzeugt uns katzenähnlich unauffällig den Tieren zu nähern. Daraus wurde natürlich nichts, denn unser Rucksack klapperte, die Schuhe knirschten & die Safarihosen knisterten lautstark bei jedem Schritt. Doch trotzdem trafen wir auf eine Kuduherde wie auch auf Affen, welche uns schon erblickten als wir uns noch bemühten leise dahinzugleiten. Der Weg war anstrengend aber trotz weniger Tiere schön und nach ca. 2 Stunden kamen wir wieder an der Plateau Lodge an.

Schön wäre es gewesen am Game Drive auf dem Plateau beizuwohnen, welcher im Waterberg Plateau Park angeboten wird (15 Uhr). Leider hatten wir zu spät davon erfahren und mussten auf diesen verzichten. Beim nächsten Mal steht dieser aber ganz oben auf der Agenda, denn wiederkommen möchte ich auf jeden Fall.

Das Plateau war auf das Erongo folgend ein weiteres Highlight und ich vermag nicht zu sagen, welches mir besser gefallen hat. Meiner Meinung nach ein Muss auf einer Namibia Tour. Mindestens zwei  Nächte würde ich empfehlen, um die Zeit vor Ort genießen & die vielzähligen Aktivitäten nutzen zu können. Wenn man kein Wanderfreund ist, sind 1-2 Nächte ausreichend.

5. Tag: Waterberg Plateau > Okonjima (100km/1,5Std) > Rundu (ca. 600km/7Std)

Da wir den Cheetah Conservation Fund ausgelassen hatten, wurde kurzerhand beschlossen, einen Umweg in Kauf zu nehmen und statt dessen in Okonjima bei Africat Halt zu machen, um dort die Geparden zu sehen. Im Nachhinein waren wir ein wenig enttäuscht, denn wir hatten freilebende Geparden, Löwen, Hyänen und Leoparden erwartet, doch die Tour für nicht übernachtende Gäste sah lediglich einen sehr kurzen (45Min) Drive durch die nicht wieder auszuwildernden Geparden vor & man fühlte sich mehr wie im Zoo denn in der Wildnis. Dafür mussten wir noch rund 450NAD pP zahlen, um anschließend noch eine 45Min Vortrag über Okonjima, die Investoren etc. zu erhalten. Auch von anderen Touristen & Locals hörten wir nicht sehr viel Positives über Africat (ausschließlich kapitalistische Interessen, Schutz der Katzen steht nicht im Vordergrund). Cheetah Conservation Fund dagegen setzt sich stark für den Schutz der Katzen ein & versucht Arbeitsplätze zu schaffen.

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Namibia – Okonjima „Cheetah Drive“ – Dezember 2017

Gegen Mittag verließen wir Okonjima und machten uns auf den Weg nach Rundu. Auf Grund der vielen km eilten wir durch die auf der Strecke liegenden Ortschaften und hatten keine Zeit irgendwo zu halten. Das war besonders schade auf den letzten rund 200km, denn wir kamen an vielen kleinen Dörfern entlang der Straße vorbei, an denen ich gerne gehalten hätte. Auch Rundu sparten wir aus Zeitgründen aus, um an unserem Camp anzukommen, indem wir eigentlich unsere erste Nacht im Dachzelt verbringen wollten.

Doch wir erreichten das Mukuku Rest Camp (54€/Nacht) erst nach Einbruch der Dunkelheit und fielen statt ins Zelt nur noch müde ins Bett, was äußerst schade war, denn am nächsten Morgen sahen wir das liebevoll eingerichtete Camp, den schönen Blick auf den Okavango Fluss und lernten das sehr nette Rentner-Pärchen etwas besser kennen, die Eigentümer des Rest Camps sind. Wären wir früher angekommen, hätte Hannes uns noch auf eine Boottour auf dem Okavango mitnehmen können. Um nicht den selben Fehler erneut zu machen, fuhren wir jedoch zeitig los, da aber alle Straßen sehr gut asphaltiert waren, kamen wir früh in Divundu an.

6. Tag: Rundu >>> Divundu (ca. 150km/1,5Std Fahrt)

Unsere nächste Lodge war Divava Okavango Resort & Spa in Divundu. Wir hatten einen eigenen kleinen Bungalow, welcher sehr luxuriös eingerichtet war und von dem man auf den Okavango blickte. Frühstück & ein mäßiges 5-Gänge Abendessen war im Preis von 270€/Nacht enthalten, die Game Drives jedoch nicht. Für weniger als die Hälfte des Preises kann man sich allerdings auch in der Shametu River Lodge ein Zelt nehmen, welche etwas weniger luxuriös ist, aber eine deutlich bessere Sicht auf den Okavango und die „Popa Falls“ (Stromschnellen im Okavango) bietet. Das Divava Resort liegt direkt daneben & demnach ebenfalls nahe an den „Popa Falls“. Man verpasst jedoch nichts, wenn man die Popa Falls auf seiner Reise auslässt.

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Namibia – Divundu „Divava Okavango Resort & Spa“ – Dezember 2017

Am selben Tag unternahmen wir eine Bootstour im Divava Resort (400NAD pP, 15Uhr), welche wirklich traumhaft & das Geld zigfach wert war. Wir waren eine kleine Gruppe von 5 Personen inkl. Guide & fuhren auf einem winzigen Boot über den Okavango. Die Tour dauerte über 4 Std, es gab verschiedenste Kaltgetränke, wie auch Wein & Snacks zur freien Verfügung & darüber hinaus hatten wir einen sehr freundlichen Guide, sodass die Zeit -leider- wie im Flug verging. Wir sichteten zu Hauf Krokodile & Nilpferde. Vor lauter Freude über solch viele Foto-Gelegenheiten, kam ich kaum zum sitzen kam.

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Namibia – Divundu „Okavango Fluss“ – Dezember 2017
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Namibia – Divundu „Okavango Fluss“ – Dezember 2017

Um 06:30 Uhr sollte es zum nächsten Game Drive (550NAD pP, gebucht in Divava) losgehen, diesmal mit einem Geländewagen und erneut unserem netten Guide Joseph. Aber wie so oft in Afrika, hielten sie es nicht ganz mit der Pünktlichkeit und wir ärgerten uns über die zusätzliche 3/4 Std Schlaf, die uns entgangen ist. Der Drive führte uns in den Mahango National Park, der bis zur Grenze Botsuanas reicht. Der Park war landschaftlich sehr grün und schön anzuschauen. Wir konnten reichlich Tiere -wenn auch keine Katzen- sichten und hatten eine schöne Zeit. Gegen 11:30 Uhr kamen wir erst wieder im Resort an. An sich könnte man meinen, dass sich der Drive lohnte, doch stellten wir währenddessen fest, dass sämtliche Routen, die wir fuhren, auch von Privatfahrzeugen befahren werden dürfen. Im Nachhinein wäre es sicher günstiger und vielleicht genauso schön gewesen, selber zu fahren. Aber nichtsdestotrotz hatten wir einen sehr entspannten Morgen und verließen Divundu um die Mittagszeit.

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Namibia – Divundu „Mahango National Park“ – Dezember 2017

Unsere Reise endete hier nicht. Von Divundu fuhren wir weiter in Richtung Süden und passierten kurz hinter dem Mahango National Park die Grenze zu Botsuana.

Fazit:

Namibia ist sehr einfach zu bereisen. Jedoch sollte man darauf achten, ein Allradfahrzeug zu buchen, wenn man alle Straßen & Lodges anfahren möchte und die Strecken -entgegen unserer optimistischen Planung- nicht mit Deutschen Maßstäben zu berechnen. Wir brauchten jedes Mal 1-3 Stunden länger, als vorher veranschlagt.

Zudem hat es sich bewährt, immer zur frühestmöglichen Ein-Check Zeit in der nächsten Unterkunft zu sein, denn es gibt viel zu entdecken und einige Aktivitäten starten schon recht früh am Tag.

Die Zeit in Windhoek würde ich auf ein Minimum reduzieren, um mehr von dem zu sehen, was Namibia noch zu bieten hat.

Da wir in der Nebensaison unterwegs waren, hätten wir außer dem Mietwagen nicht viel vorab buchen müssen. In den meisten Unterkünften war viel frei. Möchte man jedoch die Hütten mit den schönsten Blicken haben, sollte man dies zumindest ein paar Tage im voraus reservieren.

Namibia kann ein recht teures Unterfangen werden, wenn man auf Luxus nicht verzichten möchte. Wer allerdings ein Fahrzeug mit Dachzelt reserviert, hat in den meisten Lodges & Campsites die Möglichkeit in ähnlich schönen Orten zu Campen und dies für kleines Geld (10-20€/Nacht). Die Aktivitäten in fast allen Unterkünften sind sowieso extra zu entrichten.

Für mich der bisher schönste Urlaub!!!!

Kombinationsmöglichkeiten:

  1. Botswana: Das Okavango Delta
  2. Sambia: Der Süden
  3. Simbabwe: Viktoriafälle & Lake Kariba
  4. Südafrika

3 Antworten auf „Namibia: Der Norden

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