Sambia: Der Süden

Viktoriafälle – Eines des 7 Weltwunder der Natur

Lake Kariba – Der weltweit größte von Menschen geschaffene See

A1 - 98
Sambia – Viktoriafälle – Januar 2018

Sambia – Der Süden – Januar 2018

Reisedauer: 6 Tage (4 Nächte)

Gesamtbudget: ca. 1.445€ p.P.

  • Unterkunft: 390€ p.P.
  • Hin- & Rückreise: 300€ p.P. (inkl. Visa & Flug, exkl. Flug von Deutschland)
  • Aktivitäten: 310€ p.P.
  • Essen / Trinken: 165€ p.P.
  • Mietwagen: ca. 280€ p.P. für 6 Tage

{Mietwagen gesamt: 2.350€ für 19 Tage (inkl. 600€ Rückführung aus Sambia)}

Reiseliteratur: Harper Lee – „Wer die Nachtigall stört“

Unsere Rundreise durch das südliche Afrika führte uns zuletzt auch durch den Süden Sambias. Zugegeben die Kirsche auf dem Sahnehäubchen und wir bereuten es sofort nach erfolgreicher Einreise, nicht mehr Zeit für diesen Teil Afrikas eingeplant zu haben. Nur die Einfuhrdokumente für unseren Mietwagen bereitete uns einen schwierigen Start. Denn in Sambia einzureisen ist erstens teuer, zweitens langwierig und drittens zum Verrücktwerden! Für Einreiseinformationen hier weiterlesen.  

1. Tag: Kasane (Botsuana) >>> Livingstone (70km/1Std Fahrt+3Std Einreise nach Sambia)

Wir setzten von Botsuana nach Sambia mit der Kazungula Fähre (nahe Kasane) über. Nachdem wir in Botsuana zügig ausgereist sind, fanden wir eine lange Schlange an wartenden LKW vor, welche für die selbige Überfahrt anstanden. Da wir keine PKW vorfanden, fuhren wir schnell an der Schlange vorbei und parkten unser Fahrzeug am Ufer. Personal, welches für die Fähre arbeitet ist dort vergeblich zu suchen. Man wird lediglich von Menschen belästigt, die einem für eine entsprechende Vergütung bei Überfahrt und Einreise behilflich sein möchten, was wir ablehnten. Die Fähre kam rasch und wir konnten neben einem weiteren PKW bereits auf die nächste Fähre auffahren – doch Schnelligkeit sei geboten. Die Überfahrt an sich dauerte rund 3Min und kostete uns 30 USD. Doch war es die Kosten wert, denn den Sambesi mit einem schwimmenden Brett zu überqueren, welches durch einen selbstgebastelten Motor angetrieben wird, kann man nicht alle Tage machen. Bald wird sich die Übersetzung erleichtern, denn es war bereits eine Brücke über den Sambesi im Bau.

A1 - 118
Grenzübergang Botsuana-Sambia – Kazungula Fähre – Januar 2018

Auf der anderen Seite angelangt, wurden wir von Massen an Menschen empfangen, welche uns ihre Hilfe gegen Geld aufzwängen wollten. Von Waschen der Scheiben, des Fahrzeugs über Wache halten am Fahrzeug, Geldwechsel, Hilfe bei der Einreise war alles dabei. Wir lehnten ab und huschten schnell in die Visa-Hütte, da es draußen bereits um die 35°C im Schatten waren. Wir entrichteten die 80 USD p.P. für eine mehrmalige Einreise (leider hatten wir vom KAZA Visum zu derzeit noch nichts gehört) und wurden von der Dame am Schalter zu 4 weiteren Stellen geschickt, an denen wir Dokumente erhalten & Geld entrichten sollten. So startete die Odyssee durch die Hütten und Zelte um etwaige Gebühren zu bezahlen. Dies gestaltete sich schwierig, denn wir besaßen noch keine ZMW (sambische Kwacha) und der ATM war außer Funktion, die Wechselstube geschlossen und wir etwas hilflos. Die netten sambischen Beamten wiesen uns darauf hin, dass man auch unter der Hand Geld wechseln könnte, jedoch zu äußerst schlechten Wechselkursen (EUR:USD im 1:1 Verhältnis oder noch schlimmer). Da wir keine andere Wahl hatten, nahmen wir dann die Hilfe eines sehr dubios aussehenden Mannes in Anspruch, um an ausreichend Kwacha zu gelangen. Long story short: Nach über 2,5 Stunden Lauferei von Pontius zu Pilatus waren wir nervlich und körperlich in äußerst schlechter Verfassung und machten 3 Kreuze, als wir die Grenze ENDLICH passieren konnten. Doch unser Glück war nicht von langer Dauer, denn 500m hinter der Grenze wartete gleich ein freundlich lächelnder Polizeibeamter, der in aller Seelenruhe noch einmal alle unsere mit Schweiß erworbenen Dokumente begutachtete und unser Auto auf Vollständigkeit prüfte. Wir hatten Glück und durften passieren, denn Bargeld hatten wir nach dieser Einreise keines mehr.

A1 - 90
Sambia – Livingstone „aha The David Livingstone Safari Lodge & Spa“ – Januar 2018

Eine halbe Stunde später kamen wir in unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte an. Die David Livingstone Safari Lodge & Spa (Riverside Drive Off Sichango Road, Livingstone; 320EUR/Nacht) entschädigte für unsere Anstrengungen und wir waren sehr froh, die Strapazen der Einreise auf uns genommen zu haben. Das Zimmer wie auch die Anlage waren einfach ein Traum. Direkt am Sambesi gelegen und kurz vor den Viktoriafällen blickte man auf eine scheinbar unberührte Natur und fühlte sich trotz der vielen Zimmer eher als wäre man in trauter Zweisamkeit. Wir entschieden uns für ein ausgiebiges Mittagessen, welches ausgezeichnet war und einen anschließenden Entspannungsnachmittag am Pool, um ein wenig mehr Zeit zum Lesen zu haben. Auch abends schafften wir es nur noch zum Buffet auf die Terrasse und gingen erholt zu Bett, um am nächsten Morgen unser straffes Tagesprogramm munter angehen zu können.

A1 - 73
Sambia – Livingstone „aha The David Livingstone Safari Lodge & Spa“ – Januar 2018

2. Tag: Livingstone

Um 08 Uhr wurden wir vom kostenfreien Shuttleservice zu den Viktoriafällen gefahren, welche ca. 5 Fahrminuten entfernt lagen. Der Eingang ist kurz vor dem Grenzübergang zu Simbabwe und kurz nach der Hoteleinfahrt zum Royal Livingstone / Avani Hotel. Wir entrichteten jeder 20USD für den Eintritt zu den Viktoriafällen und begannen unsere Wanderung um diese. Man geht jedoch nicht sehr lange am Stück, denn es gibt unzählige Aussichtspunkte, welche einen Blick auf die Fälle gewähren, an denen man jedes Mal erneut jauchzend stehenbleiben und seine Bewunderung kundtun möchte. Zur Januar Zeit führt der Sambesi Niedrigwasser, weshalb die Fälle nicht in ihrer vollständigen Fülle zu sehen waren. Doch tat dies meiner Meinung nach dem Effekt keinen Abbruch. Schlicht atemberaubend!

IMG_7574
Sambia – Livingstone „Viktoriafälle“ – Januar 2018

Wir blieben gute 4 Stunden dort und wanderten alle möglichen Wege ab, über die Knife Edge Bridge bis zum äußersten Punkt auf der sambischen Seite, wie auch Upstream zum Eastern Cataract. Nur den Weg runter zum Boiling Pot ließen wir aus, da Touristen gerne dort überfallen werden. Da wir noch nicht genug von den Falls gesehen hatten, machten wir uns anschließend auf, um auch die Victoria Falls Bridge zu besuchen und hofften auf wagemutige Bungee Jumper, die aber anscheinend alle noch schliefen. Um auf die Brücke zu gelangen, muss man lediglich kurz aus Sambia ausreisen (ein Stempel und fertig) und später wieder einreisen. Das Ganze geht sehr schnell. Möchte man allerdings wie wir noch die simbabwische Seite der Falls sehen, muss man die Brücke überqueren und in Simbabwe vollständig einreisen, um dort ca. 100m hinter der Grenze zu den Viktoriafällen zu gelangen. Siehe dazu mehr in Simbabwe: Viktoriafälle & Lake Kariba.

Der Weg zur anderen Grenze ist recht lang (30Min) und man kann alternativ ein Taxi nehmen, welches zwischen den beiden Grenzen pendelt. Man zahlt üblicherweise 1-3 USD p.P. (je nach Verhandlungspartner).

A1 - 82
Sambia – Livingstone „Viktoriafälle“ – Januar 2018

Zurück im Hotel angekommen buchten wir uns in der dortigen Reiseagentur in eine Bootstour mit der Lady Livingstone (75USD p.P.) für denselben Nachmittag, sowie für einen Hubschrauberflug über die Viktoriafälle (15Min) + Schlucht (7Min) (250USD p.P.) am nächsten Vormittag ein. Beides ist sehr teuer, aber in beiden Fällen auf jeden Fall die hohe Summe wert! Der Rundflug war sensationell, doch dazu später mehr. Ein Ausflug auf Livingstone Island mit Schwimmen im Devil’s Pool hatten wir eigentlich auch noch vor, doch blieb uns dies versagt, da bereits alle Tage ausgebucht waren. Nächstes Mal dann mit vorheriger Reservierung! (Man muss kein Hotelgast sein, um die Aktivitäten buchen zu können.)

A1 - 83
Sambia – Livingstone „Lady Livingstone“ – Januar 2018

Die Lady Livingstone legte um 16:30Uhr ab und wir genossen die Fahrt auf dem Sambesi auf der obersten Etage mit kostenfreien Getränken und so vielen Snacks, dass man kein Abendessen mehr gebraucht hätte. Die Fahrt führte uns flussaufwärts um die Inseln im Sambesi herum bis wir flussabwärts bereits die Gicht der Falls erblicken konnten. Auch sichteten wir erneut einige Flusspferde, Krokodile, Vögel und etwas aus der Ferne auch Büffel im Mosi-Oa-Tunya National Park.

IMG_7676

Sambia – Livingstone „Sambesi“ – Januar 2018

Diese Bootstour war für mich Entspannung pur! Sie endete erst kurz vor Sonnenuntergang gegen 19:30 Uhr und wir konnten während der gesamten Fahrt wunderschöne Aufnahmen des Sambesis machen. Dieser Fluss ist schlicht beeindruckend weit und wirkt doch so sanft während er die gesamte Landschaft in saftiges Grün verwandelt. Betrachtet man den Sambesi von der Terrasse der David Livingstone Lodge, erwartet man niemals, dass er nur wenige Meter weiter unten in tosenden Massen in die Tiefe donnert.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, machten wir uns gleich auch ins Hotel Royal Livingstone (Mosi-Oa-Tunya Road, Livingstone) zum Abendessen. Dies wurde uns einige Tage zuvor von einem holländischen Pärchen empfohlen, welche wir auf einem Game Drive kennenlernten. Wir hatten eine Reservierung, welche notwendig war, denn das Restaurant füllte sich zügig. Dort gibt es ein Bänkchen für die Handtasche, eine Kleiderordnung muss eingehalten und alles ist ein bisschen schickimicki. Aber das Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu Deutschen Preisen ist immer noch unschlagbar. Wir zahlten zu zweit für ein mehr als sättigendes Abendessen mit Wein, & Softdrinks rund 65€, was man in jedem etwas netteren Restaurant in Deutschland ebenfalls bezahlen würde, bekamen aber nahezu Sterneküche.

Wer sich der Kleiderordnung im Restaurant nicht unterwerfen möchte (oder schlicht nichts passendes eingepackt hat, denn auch wir mussten unseren Kofferinhalt auf den Kopf stellen, um aus unseren Safari-Outfits ein halbwegs adäquates auszuwählen, was damit endete, dass eine Schlafanzughose als die beste Wahl auserkoren wurde), sollte sich trotzdem während der frühen Abendstunden Zeit nehmen, einen Drink im Garten zu einzunehmen oder durch das Hotel zu spazieren. Vom Hotelanwesen aus blickt man auf die Fallkante der Viktoriafälle und bei schönem Wetter erlebt man einen Bilderbuch Sonnenuntergang.

IMG_7478

Sambia – Livingstone „Sambesi“ – Januar 2018
IMG_7724
Sambia – Livingstone „Sambesi“ – Januar 2018

3. Tag: Livingstone >>> Monze (300km/4Std Fahrt)

Am nächsten Morgen, welcher auch der Tag unserer Abreise war, wurden wir am Hotel von einem Fahrer abgeholt, der uns gemütlich zum Hubschrauberlandeplatz fuhr. Dort mussten wir noch einige Minuten auf die Rückkehr des Hubschraubers warten, doch durch die erneut schöne Aussicht von der Terrasse der Gesellschaft verging die Zeit wie im Flug. Wir gingen vor Landung des Helikopters bereits raus, denn ich wollte die Landung und die Gesichter der vorherigen Passagiere sehen. Ein wenig überrascht blickte ich in panische Augen älterer Damen und Herren, die wenig begeistert von ihrem Rundflug schienen. Der Helikopter fasst in Summe 5 Mann, wobei nur einer vorne links neben dem Piloten sitzen kann. Da wir bereits draußen standen und warteten, wurden wir gefragt, ob einer von uns nach vorne möchte, was ich jubelnd mit Ja entgegnete.

IMG_7824
Sambia – Livingstone – Januar 2018

Ich mag es fast nicht wieder schreiben, aber da es einfach eine Sensation war, muss ich sagen, dass die 22Minuten Flug für 250USD es in jedem Fall wert waren und es eines der tollsten Erlebnisse war, die ich nicht nur auf dieser Reise erfahren durfte. Grund dafür war der Flug durch die Schluchten, welche der Pilot auf knapp 1 Meter über der Wasseroberfläche durchfliegt und einige Minuten lang über den Sambesi hinweg und durch die engen Passagen der Schluchten hindurchgleitet. Nervenkitzel pur!

Während des Fluges stellten wir auch fest, dass es weiter flussabwärts auch einige Abseil-Stationen wie auch Rafting und Kanupassagen gab, an denen wir ebenfalls noch gerne teilgenommen hätten. Da wir aber weiter Richtung Norden mussten, blieb es beim Helikopterrundflug für diesen Tag. Wir waren zwei Nächte und drei Tage dort, hätten aber gut noch einen weiteren gebrauchen können, um alle Aktivitäten auch tatsächlich umsetzen zu können. Wer plant die Viktoriafälle zu besuchen, sollte diesen Teil der Reise nicht zu knapp bemessen und -meine Empfehlung- 3 Nächte einplanen.

P1060875
Sambia – Livingstone „Viktoriafälle“ – Januar 2018

Bevor wir Livingstone verließen durchfuhren wir kurz das Stadtzentrum, um wenigstens ein wenig was davon gesehen zu haben (denn für einen Stadtspaziergang war leider keine Zeit mehr). Livingstone ist recht groß mit knapp 200.000 Einwohnern und beherbergt somit auch einige Geschäfte.

Von hier ging unsere Reise in Richtung Nordosten auf der T1 Richtung Monze (einer sehr gut asphaltierten Straße mit fast keinen Schlaglöchern, auf der wir die knapp 300km zügig zurücklegen konnten, in Polizeikontrollen kamen wir nicht). Auf der Fahrt durchquerten wir einige hübsche kleine Städtchen wie Zimba und Choma in denen für die Größe der Stadt unfassbar viel Leben herrschte. Bunte Häuser, Frauen in farbenfrohen Tücher, welche Waschkübel, Mehlsäcke oder Wassereimer auf ihren Köpfen transportierten, Männer auf Fahrrädern mit Kokskübeln so hochgestapelt, dass das Gesamtgewicht über 200kg wiegen musste und Märkte mit liebevoll pyramiden-ähnlich angerichteten Tomaten, Orangen und Zitronen. Bisher hatten wir gefühlt auf unseren Afrika Reise noch nicht sehr viel von ihrer Kultur erlebt, doch in Sambia wurden wir mit Eindrücken überflutet. Darüber hinaus fuhren wir durch saftig grünes Grasland, dicht bewaldete Hügel und regenwald-ähnliche Berglandschaften.

IMG_1520
Sambia – Choma – Januar 2018

Gegen späten Nachmittag erreicht wir ca. 10km hinter Monze (rechts abbiegen und dann noch mal 2km der Schotterpiste folgend auf der linken Seite) unsere Campsite für diese Nacht: Moorings Campsite (10USD/p.P./Nacht)Eine wunderschöne kleine Campsite inmitten von Ackerland und Waldstücken, auf welcher nur wenige kleine Chalets und ein paar Camping Möglichkeiten vorzufinden sind. Wir waren die einzigen Gäste und leider alles geschlossen. Leicht nervös suchten wir die Campsite nach Leben ab, aber es war keiner anzutreffen. Wir hatten keine Reservierung und der Handyempfang war nicht vorhanden. Also versuchten wir es bei der Farm (weiter der Straße folgen, links und noch mal links), die an das Grundstück der Campsite grenzt. Dort trafen wir glücklicherweise auf den Eigentümer (Hr. Mooring). Er führte uns an unseren Platz und begrüßte uns so herzlich, dass mir beinahe die Tränen in die Augen schossen. Seine Frau zauberte uns später noch ein so leckeres Abendessen (55ZMW p.P.), dass wir kugelrund, glücklich und zufrieden den Abend um unser Feuer sitzend bei einem schön kühlen Spier Weißwein ausklingen ließen. Ich würde sagen, das beste Essen, was wir auf der ganzen Reise vorgesetzt bekamen! Selbstverständlich veranlasste uns dies auch das Frühstück (45ZMW p.P.) mit den handgemachten Würstchen, Speck und Rührei in Anspruch zu nehmen. Auch das war ausgezeichnet, sodass wir leicht betrübt darüber, die Campsite verlassen zu müssen, am Morgen weiterfuhren. Wir hatten leider nur noch wenige Tage und eine Reservierung vor uns, sodass keine Möglichkeit bestand länger zu verweilen. Unsere letzte Campsite war auch gleichzeitig die schönste der Reise!

Wer diese Strecke fährt, sollte unbedingt hier einkehren und zumindest für die eine Nacht als Stop-Over hier verweilen.

IMG_7840
Sambia – Monze „Moorings Campsite – Januar 2018

4. Tag: Monze >>> Kariba (Simbabwe) am Lake Kariba (260km/4,5Std Fahrt)

Nun begann die Fahrt zum Karibasee oder aber auch der Pothole-Slalom-Parcour. Auf den ersten km bis Monze waren wir regelrecht verwöhnt worden mit ausgezeichnet geteerten Straßenverhältnissen. Doch nun wendete sich das Blatt und wir fuhren rund 100km (bis zum Abzweig T1/T2) im Stop&Go, da alle paar Meter das nächste Schlagloch auf uns wartete. Die waren zum Teil so tief, dass man diese nur in Schrittgeschwindigkeit  passieren konnte und beide Spuren umfassten. Ab dem Abzweig auf die T2 in Richtung Chirundu wurde die Straße wieder gut und wir fuhren einen schönen Pass durch Berglandschaften, die einem die Konzentration auf die Straße erschwerten. Zudem fuhren wir an zig kleinen Ansammlungen von Hütten vorbei, die alle liebevoll errichtete Mini-Vorgärten hatten. Ganz anders als die Dörfer in Namibia, die von Papier, Tüten, Dosen und sonstigem Müll verschlungen wurden.

2018-01-21-PHOTO-00000116
Sambia – Irgendwo zwischen Kafue & Chirundu – Januar 2018

Wir machten einen Schlenker durch Siavonga und fuhren langsam durch den Ort, um einen Eindruck erhalten zu können. An dem Tag war Markt und das Leben florierte. Gerne wären wir ein wenig verweilt, aber es wurde bereits Nachmittag und wir mussten noch über den Kariba Dam und die Grenze zu Simbabwe passieren. Da wir vorgeprägt waren mit Sambia, planten wir diesmal mit einigen Stunden. Also fuhren wir zum Grenzübergang und reisten erneut aus Sambia aus. Eine Gebühr von 10ZMW war zu entrichten, um den Kariba Dam zu passieren. Auch wenn man lediglich Fotos machen möchte und nicht nach Simbabwe einreisen will, wird diese Gebühr fällig. Wir hielten auf der sambischen Seite des Dammes an, da dort Parkplätze waren und gingen zu Fuß über den Damm. Ein wirklich eindrucksvolles Bauwerk, wenn man bedenkt, dass hier auf 100m Höhe Wassermassen auf einer Fläche von 5400km² gestaut werden. Beide Länder konnten so die Überschwemmungen bzw. Dürren durch die jahreszeitlichen Schwankungen des Sambesis kontrollieren und gleichzeitig Energie durch Kraftwerke erzeugen, welchen beiden Ländern einen Großteil der Stromversorgung sichert. Ob das die Umsiedlung von mehr als 50.000 Menschen rechtfertigte, ist fragwürdig, aber der dadurch geschaffene Kariba See ist nichtsdestotrotz wunderschön!

IMG_8043
Sambia/Simbabwe – Kariba Dam – Januar 2018
IMG_8026
Sambia/Simbabwe – Kariba Dam – Januar 2018

Am Lake Kariba blieben wir 2 Nächte, aber übernachteten auf der simbabwischen Seite. Näheres dazu hier.

IMG_7966
Sambia/Simbabwe – Lake Kariba – Januar 2018

5. Tag: Kariba (Simbabwe) am Lake Kariba >>> Lusaka (200km/3,5Std Fahrt)

Der Rückweg vom Lake Kariba nach Lusaka gestaltete sich unkompliziert, denn an der Grenze waren wir nun förmlich Experten, den größten Teil der Weges sind wir bereits gefahren und die Unterkunft in Lusaka war bereits gebucht. Die Straße bis Lusaka ist vollständig geteert und es gibt kaum Schlaglöcher. Lediglich der Verkehr nimmt einige 50km vor Lusaka drastisch zu.

In Lusaka angekommen, checkten wir zunächst im InterContinental Hotel ein und gingen direkt im Hotel Mittagessen. In Lusaka finden sich die meisten Restaurants in größeren Hotels.

Africa Tracks sollte an diesem Tag gegen 14 Uhr das Auto abholen, welches zurück nach Namibia gebracht werden musste. Also warteten wir im Hotel auf den Fahrer, der nicht kam. Wir riefen mehrfach bei Africa Tracks an, doch auch die konnten den Fahrer nicht erreichen.

Gegen 17 Uhr verließen wir das Hotel und fuhren mit dem Taxi für 70ZMW zum Kabwata Cultural Village, um dort ein paar Souvenirs zu erstehen. Als wir dort ankamen wurden wir förmlich belagert von Verkäufern und Verkäuferinnen, die ihre Stoffe, Tücher, Holzschnitzereien und anderen selbst hergestellten Dinge an Touristen verkaufen möchten. Nach einer Stunde -vollständig umzingelt von den Händlern- verließen wir vollbepackt das Village und wollten weiter zum Luburma Market. Leider mussten wir feststellen, dass wir zu spät dran waren.

Da unsere Reise doch recht anstrengend und unser Flug am folgenden Tag nach Windhoek, Namibia recht früh angesetzt war, fuhren wir einfach ins Hotel zurück, lasen etwas auf dem Zimmer und gingen abends im Hotel Restaurant Rosso Trattoria essen. Uns war nach simplen Nudeln nach all den kulinarischen Köstlichkeiten in den letzten drei Wochen. Das Essen war gut und das Restaurant sehr schön im Innenhof des Hotels gelegen.

Gegen 21:30Uhr tauchte wider Erwarten doch noch der Fahrer von Africa Tracks auf, der das Auto abholen sollte. Das Ganze dauerte noch eine gute halbe Stunde, denn der Fahrer musste alles inspizieren & abzeichnen.

6. Tag: Lusaka (Abreisetag) >>> Windhoek (Namibia) 

Der letzte Tag in Sambia, war der Tag der Abreise. Für 350ZMW fuhren wir mit dem Taxi in ca. 40Min zum Flughafen. Der Flughafen Lusakas ist genau wie der in Windhoek sehr klein und man kommt zügig durch die Pass- & Sicherheitskontrollen. Von Lusaka fliegt direkt nur Air Namibia nach Windhoek (ca. 150€/Flug). Alle anderen Fluggesellschaften fliegen nur indirekt über Johannesburg oder Kapstadt.

Fazit:

Sambia ist ein touristisch noch unerschlossenes Land, was zwar die Anzahl der Unterkünfte beschränkt, jedoch einem die Kultur der Bevölkerung verstärkt erleben lässt. Zudem hat Sambia viel zu bieten! Der Lake Kariba und die Viktoriafälle sind nur die bekanntesten Naturwunder in Sambia und zwei der Highlights unserer Afrika-Rundreise, an denen ich sehr gerne noch weitere Tage verbracht hätte. Kafue National Park, Lower Sambesi National Park wie auch der South Luangwa National Park sind naturbelassene Safariperlen, welche wir auf Grund der Jahreszeit leider nicht bereisen konnten (im Januar ist Regenzeit und die meisten Parks schließen vollständig, da die Straßen nicht befahrbar sind). Jedoch möchte ich diesen Teil Sambias – trotz erschwerter Einreisebedingungen – unbedingt zur Trockenzeit entdecken und werde auf jeden Fall zeitnah meine Reise dort fortsetzen.

Kombinationsmöglichkeiten:

  1. Simbabwe: Viktoriafälle & Lake Kariba
  2. Botswana: Das Okavango Delta
  3. Namibia: Der Norden
  4. Südafrika

2 Antworten auf „Sambia: Der Süden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s